Öffentliche Plätze als Orte der Begegnung

  • Inwiefern ändert sich die Wahrnehmung und Nutzung der Plätze in Abhängigkeit der Tageszeit?
  • Welche Rolle spielt das Skateboarden an den Plätzen?

Wo?

Der Lendplatz und Kaiser-Josef-Platz wurden sowohl vormittags zum Bauernmarkt, als auch am Abend untersucht. Später wandelt sich der Platz zu einem Treffpunkt des Beisammenseins von Skater:innen und anderen.

Warum?

Bedingt durch die Schließung der Lokale aufgrund der CoronaPandemie rückten öffentliche Plätze in den Fokus für gesellschaftliche Treffen. Dabei werden auch der Lendplatz und Kaiser-josef-Platz über den Tag verteilt intensiv von
verschiedenen Gruppen genutzt.

„es [das Skaten] ist eine Begeisterung für die gesamte Jugend, das zu verbieten finde ich ist eigentlich eine Freiheitsberaubung“
– Volksschullehrer, Nicht-Skater, 27

Was?

Einerseits wurde sich mit der Wahrnehmung der verschiedenen Nutzungsgruppen der beiden Plätze auseinandergesetzt und zum anderen wurde die Thematik rund ums Skaten aufgrund des
jüngst erlassenen Skateverbots an öffentlichen Plätzen
behandelt. Daraus ergaben sich folgende zwei Forschungsfragen:

  1. Inwiefern ändert sich die Wahrnehmung und Nutzung der
    Plätze in Abhängigkeit der Tageszeit?
  2. Welche Rolle spielt das Skateboarden an den Plätzen?

Wie?

Mental Maps: Porband:innen werden dazu angehalten, eine Karte des Platzes anhand ihrer Wahrnehmung auf ein leeres Blatt zu skizzieren (vgl. Helfferich 2014, S. 243). 15 Mental Maps pro Platz (Vormittags und Abends)
Leitfadeninterview: Das Leitfadeninterview gehört zu den qualitativen Methoden der empirischen Sozialforschung und ist eine strukturierte Interviewmethode (vgl. Merton et al. 1956 zitiert nach. Przyborski et al., 2014,127f.). 6 Interviews pro Platz, 3-8 Minuten

Leitfadeninterviews:

Es wurden sowohl Skater:innen als auch Personen, die nicht skaten, befragt. Von beiden Gruppen werden die Plätze als Treffpunkt und zum Verweilen genutzt.

„in einer konsumfreien Zone“
– Studentin und Angestellte, Nicht-Skaterin, 24

Dabei wird sowohl die Atmosphäre als auch die vielfältige Nutzung verschiedener Personengruppen besonders geschätzt. Auch die Nähe der Plätze zur Wohnung spielt eine Rolle. Außerdem wird das Trickverbot von allen Befragten kritisiert, eine Annäherung aller Beteiligten wäre gewünscht.

„Also ich finde es einfach wunderbar, wenn die jungen Menschen sich hier bewegen und sie stören Niemanden. Es ist einfach eine Bereicherung, würd ich sagen.“
– Angestellte Nicht-Skaterin, 56

„Nein Danke zum Skateverbot“
– Student und Skateboardlehrer, 27

Fazit:

Am Vormittag wird primär die Infrastruktur und die Bauernmärkte wahrgenommen. Am Abend ist das Leben an den Plätzen gegenwärtiger und die Skater:innen sind sowohl am Platz als auch auf den Mental Maps präsent.
Letzteres spiegelt sich auch in den Leitfadeninterviews wider. Für die Skater:innen sind die beiden Plätze essentiell, um dort mit Gleichgesinnten zusammenzukommen. Aber auch die anderen Besucher:innen schätzen die dadurch entstehende Dynamik am Platz.